Jederzeit wieder auf die Carnival Liberty
Bewertung einer Kreuzfahrt mit der Carnival Liberty
Einführung
Wir, meine Frau und ich, Jahrgang 1942 und 1943, sind im Januar 2008 erstmalig mit der Carnival Liberty auf Kreuzfahrt gewesen. Das Schiff hat uns sehr beeindruckt und gefallen. Wir würden es ohne Bedenken immer wieder buchen, wobei uns natürlich jetzt auch andere Schiffe und Fahrgebiete der Reederei interessieren. Da dies unser erster Aufenthalt in der Karibik war, sind wir mit vielen schönen Eindrücken heimgekehrt (auch wenn wir noch gerne eine oder zwei Wochen drangehängt hätten). Insgesamt war das ein phantastisches Erlebnis, für das wir gerne eine Höchstnote mit kleinen Abstrichen vergeben (8 von 10 Punkten).Bewertung der Kabine
Unsere Kabine war auf Deck III, hinten. Obwohl es eine Innenkabine war, war der Komfort und der Platz ausreichend für meine Frau und mich. Das Schiff ist relativ neu, von Baujahr 2005. Dementsprechend ist auch der Zustand der Ausstattung, nämlich fast tadellos (bis auf ein paar Schrammen am Holz auf Teppichhöhe, die man aber eigentlich nicht sieht). Das Bad könnte etwas größer sein, bringt aber alles unter, was man zur Pflege und täglichen Dusche braucht. Schön ist das TV-Programm, wo nicht nur Spielfilme sondern auch Aufnahmen der Bordkamera gezeigt werden. Die meisten Spielfilme sind allerdings in englischer Sprache. Hier könnte man ggf. mehr Inhalte für Nicht-Amerikaner bringen. Kleiner Tipp: Unbedingt an einen internationalen Adapter denken, wenn man z.B. mehrere Geräte wie Kamera, Rasierapparat oder Laptop anschließen will. Der Gesamteindruck war 9 von 10 Punkten.









Bewertung der Gastronomie
Perfekt, um nicht zu sagen grandios in der Auswahl! Da dies unsere erste Kreuzfahrt war und wir bisher nur das Angebot aus Hotelanlagen im Mittelmeerraum bzw. von den Kanaren kannten, waren wir wirklich beeindruckt. Das geht über jedes 3- oder 4-Sterne-Restaurant hinaus. Ein reichhaltiges Buffet bietet jeden Morgen kalte und warme Speisen, einen Rührei-Service mit den gewünschten Zutaten, sowie Obst und Softdrinks und Cornflakes. Wurst und Käse und Brot nach europäischen Maßstäben finden sich eher selten, dafür aber alle anderen kalorienarmen und kalorienreichen Speisen. Tagsüber kann man an den Hotdog-Stationen essen oder im Fish and Chips Bistro. Die große Kantine mit Blick aufs Meer ist auch mittags geöffnet und hat mindestens drei verschiedene Gerichte plus alle möglichen Salate und Desserts zur Auswahl. Zwischendurch wird auch mal an Deck ein Barbecue veranstaltet. Abends stellt man sich im Silver oder Golden Olympia Restaurant an wartet, bis man einen Tisch bekommt. Zur Auswahl stehen dann auch immer mehrere Gerichte, die uns immer sehr gemundet haben. Wenn man mag, kann man den ganzen Tag essend auf diesem Schiff verbringen. Wasser und einige Getränkeautomaten stehen außer in den beiden Hauptrestaurants eigentlich überall. Das Bier empfanden wir als etwas zu teuer. Acht Punkte sind das Mindeste, was man für die Gastronomie werten sollte.









Bewertung des Service
Wir hätten uns etwas mehr deutschsprachiges Personal gewünscht, da unser Englisch stark ausbaufähig ist. An der Rezeption konnte uns aber immer geholfen werden, wenn wir auch ab und zu mal fünf Minuten warten mussten. Die Kellner im Restaurant haben auch schon mal mit kleinen Showeinlagen oder Witzen geglänzt, die wir meist nicht verstanden haben aber dennoch ganz nett fanden. Die Kabine war immer aufgeräumt, mit einer kleinen Leckerei oder einem zur Figur geknoteten Handtuch auf dem Bett. Am Pool war das Personal immer fix mit dem Abräumen. Manchmal hätten wir uns das Bier lieber aus Gläsern anstatt aus Plastikbechern gewünscht. Aber das liegt wohl an den Sicherheitsbestimmungen. Die Seenotrettungsübung am Anfang haben wir nicht ganz verstanden und es dauerte etwas, bis wir auf unserer Station waren. Das Personal war sehr nachsichtig mit uns und freundlich. Neun Punkte kann man dem Service mit ruhigem Gewissen geben.









Bewertung der Landausflüge
Die waren uns ein wenig zu teuer. Wenn der Dollar nicht einigermaßen günstig gestanden hätte, hätten wir uns bestimmt nicht vier Mal eingetragen. Puerto Rico hätte man getrost auf eigene Faust erkunden können und bei einigen Strandausflügen einfach ein billiges Taxi bestellen können. Beim nächsten Mal wissen wir da wenigstens Bescheid. In der oft kurzen Zeit ist das komplett durchorganisierte Ausflugsprogramm aber dennoch sinnvoll. In drei von vier Fällen sprach der Reiseleiter nicht Deutsch. Das Wichtigste konnte man aber anhand des täglichen Schriftprogramms im Vorfeld in Erfahrung bringen. Sieben von zehn Punkten ist hier unsere Meinung.









Bewertung des Unterhaltungsangebotes
Naja, sehr amerikanisch halt. Die Shows im Venetian Palace waren immer sehr gut besucht. Wenn Musicaleinlagen kamen war das Niveau wirklich erstklassig. Manche Zaubereien oder Spiele mit Publikum auf der Bühne waren schon sehr gewöhnungsbedürftig. Da aber der ganze Saal immer lachte muss das Programm den Nerv des überwiegend amerikanischen Publikums getroffen haben. Tagsüber am Pool spielte entweder eine Live Band (und die war gut) oder es lief etwas vom Band. Das war insgesamt ein paar Dezibel zu laut, weshalb wir uns öfters ans Heck verzogen haben, um dort in Ruhe zu lesen. Wer auf einarmige Banditen im Casino steht, wird sicherlich nicht entäuscht sein. Klasse fanden wir das Sportsdeck. Einmal ums Schiff joggen ist gefahrlos möglich, da es eine Art Einbahnstraßensystem mit markierter Strecke auf einem extra reservierten Deck gibt. Shoppingmöglichkeiten sind auch ok, obwohl das nur meine Frau interessiert hat. Insgesamt kann man getrost neun Punkte für Entertainment vergeben.









Gesamt-Bewertung
Acht Punkte, wobei das Schiff an sich top ist. Nur das Sprachhandicap trübt ein wenig den Gesamteindruck. Wir hatten gedacht es seien mehr Deutsche an Bord. Mit einem befreundeten Paar würden wir die Reise aber jederzeit wieder machen, weil es dann einfach mehr Spaß macht. Uns hat unsere "Miss Liberty" jedenfalls sehr gut gefallen.








