Royal Caribbean Lines fährt weiterhin Haiti an
Trotz der Edbebenkatastrophe wird Royal Caribbean Lines weiterhin Haiti ansteuern. Dort hat Royal Caribbean einen Privatstrand in Labadee von der Regierungs Haitis gepachtet. Reedereichef Adam Goldstein begründet diese Entscheidung mit den Worten “woanders hinzugehen ist keine Hilfe”. Royal Caribbean hat bereits seit 3 Jahrzenten Verbindungen zu Haiti und beschäftigt über 300 Haitianer, außerdem dürften über 200 Händler ihre Produkte in der Bucht verkaufen.. Labadee liegt keine 100 Kilometer von der Hauptstadt Haitis Port-au-Prince entfernt. Pro Tourist zahlt RCL der Regierung sechs Dollar. In der Hochsaison kommt fast täglich ein Schiff und bringt bis zu 5.000 Passagiere mit. Die Passagiere werden von einer privaten Sicherheitsarmee geschützt, außerdem gibt es einen vier Meter hohen Zaun.
Die Fahrten der RCL-Schiffe nach Labadee wurden in den vergangenen Tagen auch genutzt um Hilfsgüter abzuliefern – so wurden 40 Paletten mit Reis von der Navigator of the Seas abgeliefert. Außerdem spendete das Kreuzfahrtunternehmen 1 Million US-Dollar. Erst vor kurzem hatte Royal Caribbean 55 Millionen Dollar in Haiti investiert, damit auch das größte Kreuzfahrtschiff der Welt Haiti besuchen kann.
Die Passagieren nehmen den Aufenthalt unterschiedlich auf. Manche kritisieren den Stopp in Labadee und bleiben lieber an Bord der Schiffe. Andere lassen es sich aber nicht nehmen trotz der Katastrophe an Land zu gehen und ihren Urlaub zu genießen.
Es gibt sicherlich gute Gründe für und gegen das weitere Anfahren von Labadee. Wie ist ihre Meinung?
Hilfsgüter hin oder her ( die hätte RCI zur Not und mit wirklichem Willen auch noch anders dahinschaffen können und so sein Engagement unter Beweis stellen können ´… bzw. zwar Hilfsgüter dort hinbringen, aber OHNE die Touristen dort an den Strand zu karren…) …
Die Vorstellung, dass da hunderte von Urlaubern sich weiterhin am Strand sonnen,Cocktails schlürfen, Jetskifahren, schnorcheln etc und einige KM weiter stapeln sich die Leichen, finde ich einfach pevers, pietät- und respektlos den Menschen auf Haiti gegenüber. Da lassen sich Touris die Blasen an den zarten Füsschen im Schiffshopital verarzten, während in mehr oder weniger direkter Nachbarschaft davon nicht mal das Nötigste da ist, um zu operieren…und RCI rechtfertigt diese Pietätlosigkeit unter dem Deckmantel der Hilfsgüterlieferung….
Den Vorwand, man würde hier “Gutes” tun, sorry, aber den kann und will ich nicht gelten lassen, denn dazu muss man ja die Touris nicht an den Strand lassen- RCI kann die Hilfsgüter auch so abladen und man hätte das den Passagieren sicherlich beibringen können ( ich verstehe ohnehin nicht, wer sich da noch an den Strand legt, so abgebrüht kann man doch gar nicht sein..), das ist keine Hilfe für Menschen, die medizinische Versorgung, ein Dach über dem Kopf brauchen, die aus dem Schutt, Müll und den verwesenden Leichen raus müssen… klar ist es noch eine gewisse Entfernung von Port au Prince bis nach Labadee, aber Hilfsgüter und finanzielle Unterstützung könnte RCI auch auf andere Weise anbieten, ohne dass die Passagiere an Land gehen und sich dort weiterhin vergnügen, als wäre nichts gewesen….. keiner erwartet den totalen Rückzug seitens RCI und Co aus Haiti, aber ein paar Wochen Pause bzw. trotzdem Hilfsgüterlieferungen, aber OHNE Touristen dort an den Strand zu bringen, wäre deutlich angemessener und ein Zeichen des Respekts gewesen….
So bleibt einfach ein bitterer Nachgeschmack …
Aber das mögen viele anders sehen, letztendlich ist es nur meine Meinung…. ich wünsche unseren Freunden, die dort über Ärzte ohne Grenzen geradezu unmenschliches vollbringen, viel Kraft und gutes Gelingen !!!
Da viele Haitianer ohnehin zur Zeit Richtung Cape Haiti fliehen, hätte RCI ja mal seinen Privatstrand dort zur Verfügung stellen können… Wiegesagt, das Engagement von RCI in allen Ehren, aber die Touristen cocktailschlürfend dort weiter an den Strand zu bringen, ist geschmacklos.
…sicherlich ist es eine Gratwanderung – nichtsdestotrotz bleibt ein bitterer Nachgeschmack
…und klar könnte man es bis-was-weiß-ich-wohin ausweiten, dennoch ist es ein Unterschied, ob ein Land selbst betroffen ist oder eben der Nachbarstaat. Letztendlich wäre es wohl immer verwerflich Kreuzfahrten zu machen, obwohl es irgendwo auf der Welt Not und Elend gibt. Eine solche Debatte wäre müßig…
Allerdings denke ich schon, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob man direkt in dem Land anlegt, in dem kaum jemand aus der Bevölkerung nicht mindestens ein Familienmitglied verloren hat bzw. ein solches vermisst und zigtausende Einwohner Ihr Leben verloren haben oder eben im nicht betroffenen Nachbarland, welches zudem touristisches ganz anders erschlossen ist und tatsächlich in weiten Teilen vom Tourismus abhängig ist.
Wiegesagt, ich persönlich könnte mir nicht vorstellen, mich an einen Strand zu legen, am besten noch mit einem Cocktail in der Hand, und einige Kilometer verwesen tausende von Leichen unter freiem Himmel, und hundertausende leiden Hunger und Durst. – Übrigens fand ich diesen durch Sicherheitszäune und durch bewaffnete Sicherheitskräfte bewachten und abgeschotteten Privatstrand schon immer pervers… auch vorher…
Ich verstehe durchaus die Problematik, dass einige wenige davon abhängig sind (wenige! – denn das meiste von den fliegenden Händlern etc bekommt ja nicht die ortsansässige Bevölkerung sondern es versickert in ganz anderen Kanälen – es ist ja nicht so, dass an diesen Stränden wirklich Haitianer vorwiegend Ihre selbstgemachten Sachen verkaufen und den Erlös behalten könnten… sondern das meiste ist Touristen-Nepp wie überall, da verdienen ganz andere)
Klar wird es seitens RCI anders publiziert, man will ja einen guten Eindruck machen….
Wiegesagt es ist auch nur meine Meinung…das darf gerne jeder anders sehen….Freunde von uns sind bereits seit 3 Monaten – also schon vor dem Beben – in Haiti, die Zustände dort waren auch vorher schon schlimm und korrupt genug…man sollte nicht in den Glauben verfallen, dass das am Strand eingenommene Geld der Bevölkerung wirklich immer zu Gute kommt…
Lieben Gruss