Kreuzfahrtschiff Sergej Kirow kollidierte mit Lastkahn
Das Flusskreuzfahrtschiff Sergej Kirow ist mit einem Lastkahn zusammgestoßen und dabei “aufgeschlitzt” worden. Das Unglück ereignete sich etwa 300 Kilometer nördlich von Moskau im Rybinsker Stausee. Laut dem lokalen Zivilschutzministerium befanden sich unter den etwa 200 Passagieren viele Deutsche und Amerikaner. Es gab allerdings keine Verletzten. Die Reisenden wurden mit Bussen nach Moskau transportiert. Der Grund für den Zusammenstoß von Kreuzfahrtschiff und Lastkahn war zunächst unklar.
Die Sergej Kirow wurde 1987 in Deutschland gebaut. Sie steht aktuell im Dienst einer US-Kreuzfahrtgesellschaft.
Amtsgericht München: Reisepreisminderung bei ausgefallenen Anlaufhäfen möglich
In einem aktuellem Urteil hat das Amtsgericht München geurteilt, das Routenänderungen nur dann nicht von der Reederei zu verantworten sind, wenn die Gründe hierfür erst nach Vertragsabschluss eingetreten sind. Im konretem Urteil waren drei von acht geplanten Anlaufhäfen entfallen und das Amtgesricht sprach einem Ehepaar eine Minderung des Reisepreises in Höhe von 5.271 Euro um 25 Prozent zu.
Das Ehepaar hatte eine dreiwöchige Kreuzfahrt von Durban nach Europa gebucht. Zu Beginn der Kreutzfahrt wurde ihnen dann allerdings mitgeteilt, dass drei Anläufe entfallen müssen. Als Grund wurde befürchtete Piratenangriffe im Golf von Aden genannt. Es entfielen die Anläufe in Sansibar, Safaga und Soukhna. Hinzu kam ein Aufenthalt in Sharm El Sheik.
Das Ehepaar verlangte hierauf hin eine 50-prozentige Senkung des Reisepreises. Der Reiseveranstalter lehnte dieses mit der Begründung ab, dass die Geschäftsbedingungen Änderungen der Routen zulassen und dieses aufgrund der Gefahr durch Piraten notwendig gewesen wäre.
Das Amtsgericht sah eine wesentliche Änderungen der Route. Eine Änderung der Route sei nur zulässig wenn der Grund hierfür nach Vertragsabschluss auftrete. Die Gefahr durch Piraten sei zum Zeitpunkt der Buchungsbestätigung allerdings schon bekannt gewesen. In diesem Falle müsse der Reiseveranstalter dafür sorgen, dass die Häfen angelaufen werden können. Zum Beispiel durch entsprechende Sicherheitsvorkehrungen. Das Amtgericht nennt hier bewaffnete Patrouillenboote. Andernfalls hat es hinzunehmen, dass die Passagiere ein Recht auf Minderung des Reisepreises haben.
Allerdings kam das Amtsgericht München zu dem Schluß, dass eine Minderung von 25 Prozent ausreichend sei, denn ein Großteil der Reise war nicht beeinträchtigt.
Amtsgericht München, Urteil vom 14. Januar 2010 – 281 C 31292/09 (rechtskräftig)
Ergebnisse der DRV-Studie zum deutschem Hochsee- und Flußkreuzfahrtmarkt
Über eine Million Kreuzfahrtpassagiere in 2009
Mit insgesamt 1.025.968 Passagiere hat der deutsche Kreuzfahrtmarkt für Hochseeschiffe 2009 erstmals die Millionengrenze übersprungen. Zusammen mit Flußkreuzfahrten waren es sogar über 1,4 Millionen Deutsche, die sich für einen Urlaub auf dem Wasser entschieden haben. Gegenüber 2008 ist die Passagierzahl damit noch einmal um 13,2 Prozent angestiegen. Der überwiegende Teil des Wachstum entstammt dem Geschäft mit Hochseekreuzfahrten.
Auch für 2010 wird wieder eine Steigerung der Passagierzahlen erwartet.
Sueddeutsche.de: Preiskampf bei Kreuzfahrten - Die große Billigwelle
Sueddeutsche.de hat einen Artikel zu Kreuzfahrten veröffentlicht. Ein Kernthema ist der wachsende Kreuzfahrtmarkt, die größer werdenden Kreuzfahrtflotten und sinkende Preise. Ganz mag ich dem so nicht zustimmen. Keine Frage mit 11 Schiffen kommen 2010 wieder einige neue Schiffe hinzu. Das Wachstum ist aber im Vergleich zu vergangenen Jahren nicht so außergewöhnlich hoch und seit Anfang 2009 wurde nur ein neues Schiff bestellt. Da der Bau von Kreuzfahrtschiffen eine längere Vorlaufzeit benötigt, ist damit zu rechnen dass von 2011 bis 2013 die Anzahl der Neubauten unter der von diesem Jahr liegen wird. Dabei deutet es sich schon an, dass das für die Branche besonders wichtige Buchungsverhalten der Nordamerikaner sich wieder erholt.
Ganz davon abgesehen hat der Kreuzfahrtmarkt über die vergangen Jahre stark diversifiziert. So dass es heute ein sehr breites Angebotsspektrum geht. Die Süddeutsche erweckt in ihrem Beitrag den Eindruck, als gäbe es heute nur noch die legeren Spaßkreuzfahrten von AIDA. Dabei ist der Markt für die herkömmlichen und aus dem ZDF-Traumschiff bekannten Kreuzfahrten mit Captainsdinner nicht kleiner geworden. Er hat nur das extreme Wachstum nicht mit gemacht. Immerhin hat sich die Zahl deutscher Kreuzfahrtpassagiere innerhalb von 10 Jahren verdreifacht.
So mag die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise sicherlich geholfen haben die Preise leicht zu senken und die Reedereien etwas großzügiger mit Rabatten sein zu lassen. Sicherlich ein guter Zeitpunkt um eine Kreuzfahrt zu unternehmen. Sofern sich die Zurückhaltung bei Neubauten nicht kurzfristig ändert, ist allerdings absehbar, dass sich dieser Trend wieder normalisiert.
Princess Cruises Auftrag: Meyer Werft aus dem Rennen?
Offiziell gibt die Papenburger Meyer Werft dazu keinen Kommentar ab, aber leider pfeifen es die Spatzen von den Papenburger Dächern. Die Papenburger Meyer Werft ist nicht mehr im Rennen um einen Neubauauftrag für Princess Cruises. Die Belegschaft der Werft soll hierüber bereits informiert worden sein.
Schon vor Weihnachten gab es Gerüchte um eine bevorstehende Einigung über den Neubau von 2 Kreuzfahrtschiffen zwischen der Meyer Werft und Princess Cruises. Aktuellen Gerüchten zufolge soll der Auftrag nun an die italienische Fincantieri-Werft gehen. Allerdings gibt es auch hier noch nichts offizielles und Princess Cruises selber hat erklärt, dass noch kein Zuschlag erteilt sei. Neben der Meyer Werft und Fincantieri soll sich auch die französische Saint-Nazaire-Werft um den Auftrag bemüht haben.
Die Meyer Werft ist zwar noch bis Ende 2012 mit dem Bau von jährlich 3 Kreuzfahrtschiffen beschäftigt. Aber da der Bau von Kreuzfahrtschiffen einen langen Vorlauf hat, werden bereits frühzeitig Anschlußaufträge benötigt.
Kreuzfahrtmarkt wieder mit stärkerem Wachstum in 2010
Die Cruise Lines International Association (CLIA) besteht aus 25 Mitgliedern. 2009 haben diese zusammen 13,4 Millionen Passagiere aufgenommen. Gegenüber 2008 ein Wachstum von 3,3 Prozent. Gleichzeitig ist die Kapazität der Schiffe nur um 2,8 Prozent gestiegen. 76,5 Prozent der Passagiere stammten aus den USA und Kanada, 23,5 Prozent entsprechend aus anderen Regionen.
3,3 Prozent Passagierwachstum ist im Vergleich zum Zeitraum 1980 bis 2008 recht moderat. In diesem Zeitraum betrug das durchschnittliche Wachstum immerhin 7,4 Prozent. Zurückzuführen ist dies auf die Wirtschaftskrise, infolge dessen vor allem auch Passagiere aus den USA zurückhaltender bei der Buchung waren.
Mit Blick auf 2010 zeigt man sich bei der CLIA aber sehr optimistisch. Man erwarten ein Anstieg der Passagiezahlen um 6,4 Prozent auf 14,3 Millionen Passagiere. 10,7 Millionen davon sollen aus Nordamerika stammen, 3,6 Millionen aus anderen Regionen.
Der deutsche Markt hat sich in Zeiten der Krise relativ gut gehalten. Probleme gab es vor allem bei Flußkreuzfahrten, die zum Teil auch stark auf nordamerikanische Kunden angewisen waren. AIDA Cruises und MSC Kreuzfahrten beabsichtigen die Preise in 2010 stabil zu halten. TUI Cruises hat laut Chef Richard Vogel die Preise zuletzt leicht gesteigert und strebt als Ziel für 2010 ein weiteres anheben des Preisniveaus an. Weltweit waren die Durchschnittserlöse der Branche im vergangenem Jahr um etwa 12 bis 15 Prozent gefallen.
2009 kam der deutsche Kreuzfahrtmarkt erstmals auf über 1 Million Passagiere. 2010 dürfte die Zahl nicht zuletzt durch weitere Kapaziäten - wie die AIDAblu - weiter steigen.
FTD-Interview mit Bernard Meyer
Die Financial Times Deutschland hat ein Interview mit Bernard Meyer - Chef der Papenburger Meyer Werft - geführt. Er befürchtet, dass sich der deutsche Schiffbau halbiert und sieht weltweit Überkapazitäten von 50 Prozent im Schiffbau. Aktuell hat die Meyer Werft noch Aufträge für 4 Mrd. Euro in den Büchern stehen. Mit dem Bau der Schiffe ist man noch bis Ende 2012 beschäftigt. 2010 wird ein Umsatz von 1,2 Mrd. Euro erwartet - der größte Teil davon stammt aus dem Bau von 3 Kreuzfahrtschiffen.
Hört sich eigentlich gut, aber bis spätestens Ende des Jahres sollten sich neue Aufträge in den Büchern der Meyer Werft finden, denn dann stehen erste Mitarbeiter ohne Arbeit da, denn der Bau von Kreuzfahrtschiffen hat eine lange Vorlaufzeit. Langfristig zeigt sich der Werft-Chef gegenüber der FTD zuversichtlich und sieht den Kreuzfahrtmarkt weiter boomen. Aktuell soll sich die Meyer Werft in Verhandlungen um Neuaufträge befinden. Hier ranken sich immer wieder Gerüchte um Neubestellungen von Princess Cruises.
Bernard Meyer bereitet insbesondere die auf den Markt drängende asiatische Konkurrenz sorgen. Was vor allem für sinkende Preise sorgt. Entsprechend legt man Wert darauf wettbewerbsfähig zu bleiben und investiert viel Geld in die Modernisierung.
Neue Kreuzfahrtschiffe in 2010
2010 dürfen sich Kreuzfahrtfreunde auf 10 neue Kreuzfahrtschiffe freuen. Dass ist die gleiche Anzahl Kreuzfahrtschiffe die bereits 2009 neu in Dienst gestellt wurde.
Die Costa Deliziosa wird als erster Neubau in See stechen. Die Taufe steht am 5. Februar in Savona an. Die Costa Deliziosa ist ein Schwesterschiff der Costa Luminosa.
Am 9. Februar wird die AIDAblu in Hamburg getauft. Taufpatin wird die Modedesignerin Jette Joop sein. An Bord wird sich das erste Brauhaus an Bord eines Schiffes finden.
Ebenfalls in Hamburg wird die MSC Magnifica getauft. Taufpatin wird am 6. März Sophia Loren sein.
Die Celebrity Eclipse wird auf der Papenburger Meyer Werft gebaut. Sie ist ein Schwesterschiff der Celebrity Solstice und Celebrity Equinox. An Bord findet sich ein Deck mit Rasen.
Die Seabourn Sojourn ist eines der kleineren neuen Schiffe und richtet sich mehr an das Luxussegment. Die Sojourn bietet Platz für bis zu 450 Passagiere. Im Preis sind auch Minimassagen und Champagner inklusive. Am Heck findet sich eine ausfahrbare Marina. Diese dient als Ausgangspunkt für verschiedene Wassersportarten.
Die Sea Cloud Hussar ist ein exklusives Segelschiff für bis zu 136 Passagiere und 90 Besatzungsmitgleider. Die Taufe findet am 30. Juni in Hamburg statt.
Das 5-Sterne-Schiff Nieuw Amsterdam wird ab dem 4. Juli 2010 seinen Dienst aufnehmen. In seiner ersten Saison wird die Nieuw Amsterdam mit bis zu 2160 Passagieren ab\bis Venedig unternehmen.
Im Juli wird außerdem die Norwegian Epic ihren Dienst aufnehmen. Der Riese bietet Platz für bis zu 4.200 Passagiere und soll mit einigen Innovationen glänzen. Während der ersten Saison wird die Blue Man Group an Bord auftreten. Außerdem wird es an Bord der Norwegian Epic die erste Eisbar auf See geben.
Die Queen Elizabeth wird am 12. Oktober 2010 von Southampton zu ihrer Jungfernfahrt starten. Das 294 Meter lange Schiff der Cunard Line wird Platz für bis zu 2058 Passagiere bieten.
Und zu guter letzte wird die Oasis of the Seas - das größte Kreuzfahrtschiff der Welt - mit der Allure of the Seas ein Schwesterschiff erhalten. Die Allure of the Seas wird ebenso wie die Oasis Platz für bis zu 5.400 Passagiere bieten. Außerdem findet sich am Heck ein großer Pool, der am Abend für Shows genutzt wird.
Kreuzfahrthafen Kiel erwartet für 2010 weiteres Wachstum
Für 2010 peilt man in Kiel das erstmalige Überschreiten der Marke von 300.000 Kreuzfahrt-Passagieren an. 2009 hat man diese Zahl mit über 290.000 Passagieren fast erreicht.
Auch die Zahl der Anläufe will man 2010 weiter steigern. 2009 ist Kiel mit 114 Anläufen der beliebteste deutsche Kreuzfahrthafen. 2010 wird alleine die AIDAcara 21 Mal in Kiel erwartet. Kiel wird für das Schiff der AIDA-Flotte als Basishafen für Nordeuopakreuzfahrten dienen.
Im kommendem Jahr wird Kiel das neue Terminal am Schwedenkai in Betrieb nehmen. So wurden dann in den letzten 5 Jahren immerhin 50 Millionen Euro in die Terminalanlagen des Hafens investiert.