Costa Concordia: Welche Schuld trifft Kapitän Schettino?
Langsam werden die Ereignisse um das Unglück der Costa Concordia etwas deutlicher. Dabei kommt der Kapitän “Comandante Schettino” immer stärker in die Kritik. Er fand sich zum Unglückszeitpunkt selber auf der Brücke und hatte das Kommando über das Schiff.
Viele der nun beschriebenen Vorgänge muten sehr seltsam und mehr als unverständlich an. So soll der Seenotrettungsruf nicht vom Kapitän bzw. der Crew gekommen sein, sondern von einr Passagierin. Diese hatte per Handy ihre Familie über die Notsituation informiert. Diese soll daraufhin die ahnungslose Hafenkommandantur von Savona angerufen haben. Es folgte ein Anruf bei der Polizei in Prato. Diese haben dann die Polizei in Livorno informiert. Von dort gelang die Nachricht dann an die Hafenkommandantur von Livorno. Von dort wurden dann Maßnahmen eingeleitet. Etwa eine Viertelstunde nach dem Auflaufen soll der Kapitän mit der Küstenwache in Kontakt gestanden haben. Hier soll er lediglich von einer technischen Panne gesprochen haben.
Für besondere Empörung sorgt auch, dass der Kapitän frühzeitig das Schiff verlassen haben soll. Es heißt ja im Volksmund: “Der Kapitän verlässt als letzer das sinkende Schiff.” Die Berichte rund um die Costa Concordia wiedersprechen sich zum Teil, ob es sich hierbei um eine Regelung des internationalen Seerechts handelt oder nur um einen Ehrenkodex. Wirklich verantwortlich hat sich der Kapitän aber mit so einer Handlung nicht gezeigt. Die Küstenwache soll den Kapitän bereits um 0:30 Uhr am Ufer aufgefunden. Sie soll man ihn apelliert haben, zurück an Bord zu gehen. Dem soll er sogar zugestimmt haben – es dann aber doch unterlassen haben.
Schon fast skurill wirkt eine weitere Geschichte um den Kapitän. Er soll an Land ein Taxi genommen haben und den Fahrer aufgefordert haben ihn weit weg zu bringen. Dieser soll ihn dann mit nach Hause genommen haben und dort einen Kaffee spendiert haben. Die Hafenkommandantur soll Kapitän Schettino außerdem noch mehrfach angerufen haben. Eine Rückkehr auf das Schiff soll dieser aber abgelehnt haben.
Der Kapitän wurde schließlich im Laufe des Samstages festgenommen und sitzt aktuell in Untersuchungshaft. Ihm wird unter anderem Verursachung eines Schiffbruches sowie fahrlässige Tötung vorgeworfen.
Eine wirklich entscheidende Aufklärung wird hoffentlich die Black Box der Costa Concordia ermöglichen. Diese nimmt umfassende Aufzeichnungen vor. Dazu gehören vor allem auch die Vorgänge auf der Brücke – vor und während des Unglücks. Bei den bisherigen Vorwürfen erscheint es unwahrscheinlich, dass den Kapitän nicht eine große Schuld am Ablauf trifft.
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